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Die ‘Sieben Rila Seen’ wurden zu einer Panairausstellung

Die ‘Sieben Rila Seen’ wurden zu einer PanairausstellungSchon zum fünften Mal, wie auch in den letzten 4 Jahren, verbringe ich meine Ferien mit dem Rücksack auf meinem Rücken und mit meinen Freunden in den bulgarischen Bergen. In diesem Jahr war ich vom 18. Juli bis zum 2. August im Rilagebirge. Am 27. und 28. Juli verbrachten wir die Nacht in der Herberge ‘Die 7 Rilaseen’ (die alte Herberge) im Zirkus der 7 Rila Seen im Nationalpark ‘Rila’ mit dem Vorhaben, genug Zeit zum Erfreuen an dieser ‘Heiligkeit’ des bulgarischen Natur- und Kulturerbe zu haben. Mit großer Verblüffung stellten wir leider fest, dass das Gebiet um den Seen sich in eine ‘Autobahn’ verwandelt hat. ‘Dank’ des neu gebauten illegalen Lifts von der Hütte ‚Pionerska’ bis zur Herberge ‚Rila Seen’ (die neue Herberge), haben sich die 7 Rila Seen in ein leicht zu erreichendes Ziel für dutzende von Touristen in Flipflops und Turnhemden verwandelt, ausserdem in einen Platz für illegale Verkaufsbuden. Die Pseudotouristen picknicken rund um die Seen und bringen ihre Hunde zum Spazierengehen mit. Nach unoffizieller Information, die mir nach Anfrage von dem Personal der Liftkasse gegeben wurde, haben sich durch das neue Transportmittel, nur am Wochenende vom 25. und 26. Juli, mehr als 5.000 Touristen zu den Seen bewegt. Und jetzt stellt ihr euch vor, dass nur 500 von ihnen entscheiden, den Fuß oder die Hand in einen der Seen zu tauchen und so, vermutlich unabsichtlich, schlecht in die Haut eingezogene Sonnenschutzmilch oder Fett vom Butterbrot, welches sie vor kurzem gegessen haben, in das Wasser geben. Dies geschieht an jedem Wochenende und als Folge davon verwandeln sich diese Seen bald in Sümpfe mit darin blühenden Algen und anderen Pflanzenarten, welche von der Wasserver-schmutzung profitieren.

In der Nähe der ‘Ribnoto’ und ‘Trilistnika’ Seen beobachtete unsere Grupe zwei Tage lang illegalen Budenaufbau zum Verkauf von gekochtem Mais (!) und Eis (!), sowie illegales Zeltaufschlagen am Rand des ‚Bliznaka’ See, was gegen den aktuellen Führungsplan des Nationalparks ‘Rila’ verstösst. Die bulgarischen Umweltschutz-organisationen haben mehrmals während der Liftbauarbeiten die Behörden vor der hohen Wahrscheinlichkeit gewarnt, dass sich die Rila Seen in einen ‘Verkaufsbudenkomplex’ verwandeln. Diese Einwände wurden aber als nichtig erkärt und abgelehnt - der Skilift wurde aufgebaut und arbeitet bis zum heutigen Tag ohne jegliche Erlaubnisdokumente. So, liebe Freunde, Bergsteiger, auch wenn es so zynisch klingt, so können wir sagen: In diesem Jahr Mais und Eis, im nächsten Bier und Würstchen!


Leider war das nicht alles. In der Herberge ‘Die 7 Rilaseen‘, wo wir übernachteten und wo jedes Jahr die Danovisten ihre Zelte aufschlagen, beobachtete und ‘fühlte’unsere Gruppe jeden Morgen von 8 bis 9 Uhr das illegale Verbrennen des von den Touristen zurpückgelassenen Hausmülls (am meisten Plastikflaschen und Becher), im Küchenherd der Hütte, worauf ebenfalls der Morgentee für die Gäste gekocht wurde(!). Als Ergebnis davon wurden die regelmäßigen Herbergebesucher der ständigen Belastung durch üblen Geruch ausgesetzt.

Nach meiner Rückkehr in Sofia sendete ich eine Meldung über diese Gesetzverstöße ans Umweltministerium und an die Leitung des Nationalparks ‘Rila’. So hoffen wir, dass dies wenigstens zu einem zeitweiligen Abbruch des illegalen und hässlichen ‘ambulanten Handels’ und der ‘Belastung’ der Touristen auf dem Gebiet der 7 Rila Seen führen wird. Damit es aber konstant bleibt, hängt es vom aktiven Ausdruck des Bürgerstandpunkts von jedem von uns ab: es ist nötig, dass immer mehr Menschen solche Verstöße nicht mehr mit dem Gedanken ‘Ich kann nichts ändern’ übersehen, sondern fotografieren, schreiben und die Medien und Behörden mit Meldungen und Forderungen auf unverzüglichen Maßnahmen überfluten!

Experteninformation über die Gesetzesverstöße bezüglich des Liftaufbau der Herberge ‘Pionerska’ bis zur Herberge ‘Die 7 Seen’ erteilt die Koalition ‘Damit in Bulgarien die Natur erhalten bleibt’ : http://de.forthenature.org/cases/18/.

Ins Deutsche übersetzt von: Kalina Bibischkova

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